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Innigkeit und Strahlkraft (BNN) |
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Geschrieben von: Silke Blume
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Dienstag, 15. Dezember 2009 um 13:50 |
Bachs h-moll-Messe in der Christuskirche
Glänzend aufgestellt zeigte sich der Kammerchor der Christuskirche mit der großen katholischen h-moll-Messe des protestantischen Thomaskantors Johann Sebastian Bach. Für das Orchester fanden sich die Capella Bachiana und das Trompetenensemble Reinhold Friedrich zusammen. Die Leitung hatte Carsten Wiebusch. Das übliche Solistenquintett konnte getrost auf ein Quartett reduziert werden, da sich die Altistin Gabriele Grund auch in der Mezzolage sicher bewegt und so die zweite Stimme im Kyrie-Duett der beiden Sopransoli übernehmen konnte. Ihr Altsolo „Qui sedes ad dextram Patris“ mit konzertierender Oboe d‘amore war ein Ohrenschmaus.
Die Stimmen von Heidrun Luchterhandt, Sopran, und Markus Durst, Tenor, setzten sich beide mit leichter Schärfe in der Höhe durch und harmonierten bestens im „Domine Deus“-Duett mit hinreißend weich und gefühlvoll gespieltem Flötensolo (Gunhild Ott). Falko Hönisch verströmte in der Bass-Arie „Et in spiritum sanctum Dominum“ eine priesterliche Ruhe und Überzeugungskraft, unterstrichen durch die warme Farbe des Holzbläserpaares der Oboi d‘amore.
Für strahlenden Trompetenglanz, unter anderem im „Et resurrexit“, sorgte das Trio um Reinhold Friedrich. Die Streicher agierten meist sehr präzise, mit feiner Artikulation und schönen Solopassagen, so Konzertmeister Alejandro Rutkauskas in der „Laudamus“-Sopranarie.
Der Kammerchor bewältigte die fünfzehn äußerst anspruchsvollen Chorsätze, wie etwa die fünfstimmige Fuge im „Kyrie“ oder die achtstimmige Doppelchörigkeit im „Osanna“ überaus sicher, mit transparentem aber homogenem Klang, nie überakzentuiert, sondern bei aller Konzentration mit eindringlicher Innigkeit. So kam es denn, dass der Applaus in der voll besetzten Christuskirche durchaus kein Ende nehmen wollte.
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